Wehr-Geschichte

Am 18. März 1881 wurde unsere Freiwillige Feuerwehr Obersteben gegründet.

Dies geht aus einer am 1. Januar 1899 vom Bayerischen Landes-Feuerwehr-Verband ausgestellten Urkunde hervor. Da sich das Gründungsprotokoll leider nicht mehr im Besitz der Wehr befindet, wurde zur Auffindung der Gründungsmitglieder eine im Jahre 1886 angefertigt Stammliste der FFW Obersteben herangezogen. Als Tag des Eintritts wird in dieser Liste der 12. Juni 1881 vermerkt. Wir müssen aber davon ausgehen, daß die unter diesem Datum aufgeführten 23 Männer für die Gründung der Wehr am 18. März 1881 verantwortlich zeichnen.

Wie wertvoll die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr war, zeigte sich bereits im Jahre 1882. Aus der Oberstebener Chronik von Heinrich Schmeißer aus dem Jahre 1938 können wir entnehmen, daß am 3. Pfingstfeiertag 1882 abends die Anwesen Haus-Nr. 13 (Weinhardt), 13a (Friedl), 14 (Gebelein) und 14a (Beichel) ein Raub der Flammen wurden. Der Blitz hatte die Scheune von Haus-Nr. 14 getroffen, so daß alle umliegenden Häuser und Scheunen ein Raub der Flammen wurden. Dieser Brand ist seit Bestehen der Feuerwehr der wohl größte und verheerendste geblieben.

Daß bereits damals nicht jeder X-beliebige in der Feuerwehr aufgenommen worden ist, ist aus folgendem Eintrag vom 01. Januar 1886 im Protokollbuch nachzulesen. Dort heißt es:
“Die vier feuerpflichtigen Personen, nämlich Johann Diezel, Conrad Matthes, Johann Munzert und Johann Schmeißer, wünschen den Eintritt in die hiesige freiwillige Feuerwehr. Dieselben werden aufgenommen, denn es sind junge und gesunde Leute und körperlich und geistig gesund.”

Immer wider gab es in der Wehr Probleme mit den Hornisten. Unter dem obigen Datum steht vermerkt:
“Da die bisherigen Hornisten Herpich und Grießbach ausgetreten sind, ersterer befindet sich im Militärdienst, zweiter ist nach Brandenstein gezogen, wurden an deren Stelle zwei junge erlernt.”.
Die Nachfolgehornisten wurden Martin Färber, Maurerssohn, und Heinrich Wachter, Fabrikarbeiter, beide aus Obersteben.

Der Verwaltungsrat (der der heutigen Vorstandschaft in der FFW entspricht) blieb bis zum Jahre 1887 in der gleichen Besetzung. Von da an gab es vor allem in den Positionen des Kassiers und des Zeugwarts laufend Veränderungen.

Da der Besuch von Feuerwehrübungen schon zu jener Zeit zu wünschen übrig ließ, wurde dieser Punkt Gegenstand der Sitzung vom 02. Dezember 1888:
“Bei der heutigen Versammlung wurde folgendes beschlossen: Um eingetretene Mißstände zu beseitigen wird bei jedesmaligem Ausrücken abends vorher Appell geblasen. Statutengemäß hat jedes Mitglied zu erscheinen. Das zurückbleiben ohne genügende Entschuldigung wird mit 20 Pfennigen bestraft. Fehlt ein Mitglied zweimal hintereinander verdoppelt sich die Strafe.”

Für den eventuellen Verdienstausfall einers Mitgliedes beim Löschen eines Brandes machte man sich auch schon Gedanken:
“Bei Brandfällen wird folgendes Beschlossen: Kommt es vor, daß die Feuerwehr längere Zeit auf dem Brandplatze verweilen muß, wird nach Gutachten des Verwaltungsrates jedem Mitglied eine Unterstützung von 20 bis 30 Pfennigen gebilligt.”

Die Gründung einer Sterbekasse – besser gesagt, die versuchte Gründung einer Sterbekasse – geht auf den 25. Dezember 1889zurück. Der Schriftführer trug ins Protokollbuch folgende Zeilen ein:
“Betreff Anschreiben des königlichen Bezirksamtes zur Beitretung der Sterbekasse wurde heute Feuerwehrversammlung abgehalten und erschienen zwei Drittheit der Mannschaft; da es aber nach längerem Beraten zu keinem Resultat kam, wurde die Versammlung aufgehoben und die Beratung auf die nächste verschoben.”

Daß die damaligen Feuerwehrkameraden nicht nur ans Üben dachten, geht aus folgendem Eintrag über die Versammlung vom 03. Februar 1890 hervor. In dieser wird nämlich einstimmig beschlossen, am 10. Februar des Jahres einen Ball abzuhalten. Wir müssen davon ausgehen, daß dies der erste von der Oberstebener Wehr abgehaltene Ball war.

Am 08. Februar 1891 werden die ersten Helme für die Feuerwehr angeschafft. Die Gemeinde Obersteben erklärt sich bereit, 11 Stück hiervon aus der Gemeindekasse zu zahlen, die restlichen übernahm die Feuerwehr selbst.

Im Jahre 1895 brannten in Lochau die Anwesen Haus-Nr. 1 und Haus-Nr. 9 ab. Auch diese Angaben sind der Oberstebener Chronik des Heinrich Schmeißer entnommen, da in den Feuerwehrunterlagen darüber leider nichts vermerkt worden ist.

Die beiden wichtigsten Männer der Wehr, nämlich Johann Schmeißer als Vorstand und Karl Färber als Hauptmann, die beide seid Bestehen der Feuerwehr diese Posten innehatten, kündigten ihre Dienste am 30. Januar 1898. Auf dieser Versammlung wurden per Stimmzettel Johann Spörl (Schieferbrucharbeiter) zum neuen Vorstand und Johann Röstel (Bäcker) zum neuen Hauptmann gewählt. Spörl blieb bis zum Jahre 1910 Oberhaupt der Wehr und wurde dann wieder von einem Johann Schmeißer abgelöst. Röstel war bis 1904 Kommandant, um dann seinem Nachfolger Nikol Engelhardt Platz zu machen.

Am 19. Februar 1899 stellt der neue Vorstand Johann Spörl auf der Versammlung den Antrag “neue Feuerwehrjoppen anzuschaffen oder bloß zu den alten neue anfertigen zu lassen”. Bei geheimer Abstimmung entschied die Versammlung einstimmig “auf ganz neue”. Daß die Anschaffung von Feuerwehrjacken zur damaligen Zeit keine einfache Angelegenheit war, kann man aus folgendem Vermerk über die Verwaltungsratssitzung vom 16. April 1899 entnehmen. Dort heißt es:
“Wegen Anschaffung von neuen Feuerwehrjoppen wurde heute vom Verwaltungsrat der freiwilligen Feuerwehr eine Versammlung abgehalten und die Deckung der Anschaffungskosten beraten. Dies Übereinkommen lautet auf eine Anleihe von 300 Mark – mit Worten dreihundert Mark – welches Ökonom Heinrich Burger von Obersteben zu 4% jährlichen Zinsen benannter Feuerwehr gegen Schuldschein leiht.”.

Karl Färber, der erste Hauptmann der Wehr, wird im Jahre 1899 zum Ehrenmitglied ernannt. Er ist somit das erste Ehrenmitglied unserer Feuerwehr.

Ab 1904 herrscht in der Wehr ein strenges Regiment. Aus den Eintragungen wird der zunehmende Militarismus und Nationalismus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg ersichtlich. So wird zum Beispiel eingeführt, daß die passiven Mitglieder bis zum vollendeten 40. Lebensjahr 1 Mark 50, vom vollendeten 40. bis zum vollendeten 50. Lebensjahr 1 Mark zu zahlen haben. Sollte es vorkommen, daß einer der passiven Mitglieder sich der Zahlung widersetzt, so hat er dem aktiven Dienst wieder beizuwohnen. Will der Betreffende wieder zu den passiven Mitgliedern übertreten, so entrichtet er den jährlichen Beitrag von 2 Mark. Wer ohne gründliche Entschuldigung vom Feuerwehrdienst fernbleibt, wird mit einer Geldstrafe von 50 Pfennigen bestraft. Doppeltes Versäumnis gilt doppelte Strafe. Ein Monturverzeichnis wird angelegt, wo jedes Bekleidungs- und Ausrüstungsstück eingetragen wird. Es ist darauf zu achten, daß diese stets in reinlichem Zustand sich befinden, für verunreinigte und verloren gegangene Stücke ist jeder Mann selbst haftbar. Wer ohne weiteren Befehl zum gewöhnlichen Dienst mit der neuen Jacke erscheint, wird mit 1 Mark Geldstrafe bestraft. An- und Abmeldung, sowie Verausgabung und Einlieferung der Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke geschehen beim Adjudanten, damit das Monturverzeichnis in steter Ordnung geführt werden kann. Versäumte Abmeldung bzw. Einlieferung werden ebenfalls mit 1 Mark Geldstrafe bestraft.

Daß die Mitglieder “gespurt” haben müssen beweist folgender Eintrag im Protokollbuch vom 23. Oktober 1904. Dort heißt es:
“Karl Groh meldete sich heute zum 7. Infanterie Regiment ab. Er lieferte seine Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke richtig ein.”.

Im selben Jahr wird auch beschlossen, einen Feuerwehrball abzuhalten. Auch dieser wird im neuen Stil durchgezogen. Hier ein Auszug aus der Mitgliederversammlung:
1.) Der Ball findet am 30. Oktober des Jahres im Will´schen Gasthof statt
2.) Die teilnehmenden Mitglieder zahlen 1 Mark Eintrittsbeitrag. Sollte zum Schluß der Betrag zur Deckung der
3.) Unkosten für die Musik nicht ausreichen, so zahlt jedes teilnehmende Mitglied den auf ein Mitglied kommenden
4.) Fehlbetrag nach.
3.) Die teilnehmenden Damen zahlen den Eintrittsbeitrag von 50 Pfennigen.
4.) Fremde Feuerwehrmitglieder, welche nicht im Dienstanzug (Mütze) erscheinen, haben keinen Zutritt.

Wie schwer einem der Rücktritt gemacht wurde, beweist folgender Eintrag:
“Es stellten die Aktiven Mitglieder Spörl Johann jun. und Diezel Heinrich die Bitte, zu den passiven Mitgliedern aufgenommen zu werden. Durch längeres Streiten konnte kein Ziel erreicht werden. So wurde durch Stimmzettel abgestimmt. Das Resultat ergab, daß beide für das Dienstjahr 1905 nicht zu den passiven Mitgliedern aufgenommen wurden.”.

Im Jahre 1905 schafft die Gemeindeverwaltung eine neue Schubleiter an. Der Anschaffungspreis beträgt 67 Mark. Diese wird am 08. Mai der freiwilligen Feuerwehr zur Dienstleistung übergeben. Wegen schwerer Handhabung dieser Leiter mußten noch zwei Steiger zur Steigerrotte eingereiht werden. Diese waren aus der Spritzmannschaft die Spritzmänner Johann Egelkraut und Johann Diezel. Zwei zusätzliche Steigerausrüstungen waren notwendig. Die Gemeindeverwaltung bestellte diese bei der Firma Lieb in Biberach. Anschaffungspreis 33 Mark.

Im selben Jahr, am 15. April 1905 wird seitens des königlichen Bezirksamtes Naila nachgefragt, ob die Wehr im Besitz einer Sanitätstasche sei. Wenn nicht, wäre ein Sanitätsmann zu benennen und eine Tasche anzufordern. Sofort wird der Ökonom Johann Lang als Sanitätsmann benannt, die Tasche ist bereits am 15. Mai im Besitz der Wehr. Die Unkosten trug die Distriktskasse. Johann Lang wurde aber daraufhin vom königlichen Bezirksamts zu einem dreimaligen Unterricht zum königlichen Bezirksarzt nach Naila berufen. Am Ende verlangt Lang für seine entstandenen Unkosten 4 Mark 77 Pfennige von der Feuerwehr.

Immer noch im Jahre 1905 wird bemängelt, daß bei den 5 abgehaltenen Übungen kein einziges mal alle Mitglieder anwesend waren (und das, obwohl Geldstrafen für jedes Fehlen einkassiert wurden). Sogar ein Zugführer, der seiner unterstellten Mannschaft Vorbild sein sollt, habe gefehlt. Von nun an soll rigoros mit noch höheren Geldstrafen durchgegriffen werden (ob dies Abhilfe brachte, ist nicht nachzulesen!).

Am 15. Oktober 1905 wird die alte Feuerleiter zum Preis von 4 Mark 40 Pfennigen und 14m Schlauch zum Preis von 2 Mark versteigert. Das Geld soll zur Instandsetzung der Feuerhaken bzw. zur Schuldendeckung verwendet werden, was seitens der Gemeinde genehmigt wird.

Schon damals bemühte sich die Feuerwehr um ein Vereinslokal. Hierzu ein Auszug aus dem Protokollbuch, wo es unter Punkt 3 heißt:
“Es wurde von unseren Mitgliedern die Bitte gestellt, ein Vereinslokal anzuschaffen. Es wurde durch Stimmzettel abgestimmt. Das Resultat lautete einstimmig zum Schankwirt F. Rank. Rank verpflichtet sich, das Vereinslokal (Obere Stube) nebst das Tanzlokal zur Abhaltung von Bällen der freiwilligen Feuerwehr Obersteben unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.”
Diese Gaststätte, im Besitz von Thomas Rank,ist auch heute noch das Vereinslokal der FFW Obersteben.

Im Jahre 1899 wurde der 1. Versuch unternommen, eine Sterbekasse einzurichten. Im Jahre 1906 wird nun die Gründung derselben zum 2. Mal in Angriff genommen! Hier ein Auszug aus der Generalversammlung:
“Bei der heute anberaumten Generalversammlung der freiwilligen Feuerwehr Obersteben, wozu alle Mitglieder geladen und über 2/3 erschienen, wurde vom Vorstand und Kassier der bisher in Unordnung stehende Punkt betreff die Unkosten für zu beerdigende Mitglieder zur in Ordnungstellung vorgetragen. Da wir nun alle der Meinung waren, einen aus unserer Reih und Glied dahinscheidenden Kameraden die kameradschaftliche Liebe noch am Grab zu bezeigen, wurde einstimmig beschlossen, eine Beerdigungskasse zu beschaffen, wozu ein jedes aktives, passives und Ehrenmitglied jährlich den Beitrag von je 10 Pfennig steuert. Der von den passiven Mitgliedern hierzu zu steuernde Betrag wird jährlich von ihren Jahresbeiträgen in Abrechnung gebracht und der Beerdigungskasse zugerechnet. Die Beiträge der aktiven und Ehrenmitglieder werden alljährlich bei der ordentlichen Generalversammlung einkassiert. Es werden demgemäß alle Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr mit Musik zu Grabe getragen und die Unkosten dieser Musik von genannter Kasse bestritten. Auch der Einladerlohn zu einer Beerdigung wird von genannter Kassa bestritten.”.

1906 wird in einer Versammlung auch überlegt, ob die alte Lochmaschine repariert werden soll, oder ob nicht lieber einen neue, für die es Unterstützung gibt, beantragt werden soll. Vielleicht sollte man gleichzeitig auch den vom Zeugwart längst gewünschten Schlauchwickler mit anfordern.

Im Jahre 1908 wird auf einer Versammlung wieder einmal beschlossen, eine vorschriftsmäßige Uniformierung anzuschaffen. Dort steht geschrieben:
“Es wurde von der Vorstandschaft der Antrag gestellt, ob nicht die bis zum Jahre 1910 vollendete vorschriftsmäßige Uniformierung beschafft werden möge. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Für alle weiteren Anordnungen hat der Verwaltungsrat und noch 5 hinzubestimmt Mitglieder sorge zu tragen.”.
Im darauffolgenden Jahr, also 1909, wurde dem Schneidermeister Johann Schmeißer für Arbeitslohn der neuen Dienstjacken 80 Mark im voraus bezahlt.

Die Sache mit den neuen Dienstjoppen ist übrigens hochinteressant nachzulesen. Da die Feuerwehr nie genügend Geld hierzu hatte (es waren immerhin 40 Dienstjacken), wurde wieder einmal jemand gesucht, der sich bereit erklärt, 350 Mark vorzuschießen. So ist unter der Jahreshauptversammlung vom 24. Januar 1909 folgendes nachzulesen:
“Für das zur Anschaffung der vorschriftsmäßigen Dienstkleidung benötigte Kapital von 350 Mark hat uns das passive Mitglied Johann Röstel gegen 4% Verzinsung und Ratenzahlung nicht unter 25 Mark geliehen. Ein Schuldschein wurde hierfür ausgestellt.”.

Am Schluß dieser Versammlung wird eine flammende Rede auf den Kameraden Johann Röstel gehalten:
“Werte Kameraden! Vergeltet Liebe mit Gegenliebe und ehret dem der euch ehret! . . . . . Durch die Anschaffung der vorschriftsmäßigen Dienstkleidung waren wir in diesem Jahr in der Notlage, um woher das hierzu benötigtet Kapital aufzubringen. Wir stellten die Bitte bei dem passiven Mitglied Johann Röstel, der uns aus Liebe zur freiwilligen Feuerwehr aus der Not geholfen hat. Da nun derselbe langjährige Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr war und deshalb heute noch und auch für die Zukunft der freiwilligen Feuerwehr hilfreich Beiseite steht, wäre es aller Ehren wert, wenn auch ihm gegenüber seitens der freiwilligen Feuerwehr Gegenliebe und Ehre bewiesen würde, ihn als Ehrenmitglied zu ernennen.”.

Johann Röstel hat übrigens lange auf sein Geld warten müssen. Im Jahre 1913 bestand ihm gegenüber noch ein Schuldenstand von 75 Mark. 

Am 21. Juni 1909 werden der von der Gemeinde angeschaffte Schlauchwagen zusammen mit einem Saugerschwimmaparat der Feuerwehr übergeben.

In der Aufzeichnung aus dem Jahre 1910 geht auch hervor, daß manche Mitglieder sich selbst zum Ehrenmitglied vorschlagen. So stellt auf der obengenannten Versammlung Johann Spörl, der bis zu diesem Zeitpunkt auch Vorstand war, “die Bitte, daß er als Ehrenmitglied beibehalten werden möge. Diese Bitte wurde ihm auf Grund seiner langjährigen treuen Dienstzeit einstimmig gewährt.”.

Daß die Ehrenmitglieder aber nicht durch die Bank hohes Ansehen genossen, beweist folgender Eintrag aus derselben Sitzung: “Beschwerde über Ehrenmitglieder. Es wurde von unseren Mitgliedern Beschwerde geführt, daß Ehrenmitglieder aufgenommen wurden, welche bei keiner Jahresversammlung anwesend sind und auch ihre Jahresbeiträge zur Beerdigungskasse nicht entrichten. Diese Vorkommnis ist in Anbetracht ihrer seitens der freiwilligen Feuerwehr geschätzten Ehre als Verachtung anzunehmen und sieht sich deshalb die Versammlung veranlaßt zu beschließen, daß von nun an Ehrenmitglieder, welche der Jahreshauptversammlung nicht beiwohnen und ihre Jahresbeiträge zur Beerdigungskasse nicht entrichten, die Ansprüche auf die Rechte der Beerdigungskasse verlieren.”.

Schon damals mußte man, ähnlich wie heute, auf Zuschüsse lange warten. So wurde am 15. Mai 1910 ein Gesuch abgeschickt, um Unterstützung aus Mitteln des Kreisfonds zu erhalten. Am 20. November wurde schließlich ein Zuschuß in Höhe von 25 Mark gebilligt, welcher am 11. Dezember dem Johann Röstel als Ratenzahlung heimgezahlt wurde. (Zur Erinnerung: Johann Röstel ist derjenige, der der FFW Geld geliehen hat, damit sie sich Dienstjoppen anfertigen lassen konnten)

Am 25. Januar 1914 hat die Wehr eine Stärke von 36 Aktiven, 13 Passiven und 5 Ehrenmitgliedern. Der 1. Weltkrieg von 1914 – 1918 fordert unter den männlichen Einwohnern und somit auch in den Reihen der freiwilligen Feuerwehr einen hohen Blutzoll. Der Krieg unterbricht auch die Eintragungen im Protokollbuch für mehrere Jahre. Erst am 16. Februar 1919 folgt die nächste Eintragung. Wir müssen annehmen, daß zwischen 1914 und 1918 keine Versammlungen abgehalten wurden.

Bei der ersten Versammlung im Jahre 1919 wird eine neue Vorstandschaft gewählt. Vorstand der Wehr wird Ernst Rank, Kommandant Nikol Engelhardt, Schriftführer Friedrich Rank, Zeugwart Karl Herpich, Steigerzugführer Heiner Spörl, Spritzenzugführer I Heiner Lang, Spritzenzugführer II Johann Lang und Schlauchwagenführer Georg Spörl. Johann Schmeißer, der bisherige Vorstand, wird zum Ehrenmitglied ernannt.

Daß das Leben nach dem Krieg trotz der schwierigen Umstände aber weiterging beweist schon die Versammlung des Jahres 1921, wo für der zweiten Osterfeiertag ein Ball anberaumt wurde.

Im Jahre 1922 ernannte man den Militärpensionisten Johann Munzert zum Ehrenmitglied, allerdings mit der Bedingung, daß er als Gemeindediener die Einladungen der freiwilligen Feuerwehr besorge.

Im Zeichen der Weltwirtschaftskrise und der steigenden Inflation mußten auch ständig die Beiträge der Mitglieder angepaßt werden. So stieg zum Beispiel der Beitrag der passiven Mitglieder von 1 Mark 50 im Jahre 1919 auf 700 Mark im Jahre 1923.

1923 mußte dann auch gezwungenermaßen ein Ball gehalten werden, um aus einem möglichen Überschuß die Schulden der Wehr tilgen zu können. Es wurde auch ein beträchtlicher Überschuß erwirtschaftet. Bei der Generalversammlung am 12. Januar 1924 kann man aber im Protokollbuch folgenden Eintrag entdecken: “Kassabestand 2213,68 Mark, welcher Betrag im Laufe des Jahres vollständig entwertete, deshalb vom Verwaltungsrat beschlossen wurde, diesen Kassabestand im verschlossenen Kuvert bei den Akten zu behalten und der Nachwelt als Andenken aufzubewahren. Gegenwärtiger Geldkurs ist: eine Billion Papiermark ist eine Rentenmark.”. Die Schulden blieben also; nicht geblieben ist aber das Kuvert, welches sich nicht mehr im Besitz der Wehr befindet.

Am 19. Februar 1925 wird beschlossen, eine Elektroausrüstung bei der Firma Paul Ludwig in Bayreuth anzuschaffen. Die Gemeindeverwaltung übernimmt die Kosten von 57 Mark für Helm, Gurte, Handschuhe, Zange und ein Paar Steigeisen. Als Elektro-Steiger meldet sich freiwillig der Wagner Karl Röstel.

Ebenfalls 1925 brennt es im Anwesen Wolfrum (Hempla) in Bad Steben. Im Galopp wurde über die Steinbacher Straße, die damals noch nicht geteert war, der Brandherd in kürzester Zeit erreicht. Durch die rasante Fahrt wurde die zweirädrige Spritze jedoch so in Mitleidenschaft gezogen, daß sie am Ort des Geschehens nicht mehr funktionsfähig war. Es mußte daraufhin eine neue Spritze angeschafft werden. Bereits im darauffolgenden Jahr, am 24. September 1926 fand eine Verwaltungsratsitzung statt betreffs Besprechung der feierlichen Übergabe der neuen Feuerlöschmaschine der Firma Ludwig aus Bayreuth. Die Übergabe wurde auf Sonntag, den 26. September 15.00 Uhr anberaumt unter Anwesenheit des Herrn Bezirksfeuerwehrinspektors Schultheiß, Herrn Oberregierungsrat Kölsch und des Herrn Fabrikanten Ludwig. Als Musik wird die Kapelle Raithel aus Bad Steben bestellt. Für den Abend wird eine Ball angesetzt.

Da es mit der Vollzähligkeit bei den Übungen und mit dem Ausrücken zu den Übungen immer noch Schwierigkeiten gibt, wird auf der Generalversammlung 1925 mit Stimmenmehrheit beschlossen, daß von nun an früh um 06.30 Uhr ausgerückt wird. Die Signalisten werden auch angewiesen, daß am Abend zuvor und in der Früh eine 1/2 Stunde vor dem Ausrücken geblasen wird. Auch soll der, der zweimal unentschuldigt fehlt, unnachsichtig an das Bezirksamt zur Pflichtfeuerwehr gemeldet werden.

1927 muß ein neuer Vorstand in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gewählt werden, weil Vorstand Ernst Rank zurückgetreten ist. Fritz Lang wird neuer Vorsitzender der Wehr. Anscheinend eskaliert aber hier die Sitzung, denn auch Adjudant Röstel und Zeugwart Herpich legen ihre Ämter nieder. Die Neuwahl derselben wird auf die Generalversammlung vertagt. Im selben Jahr muß jedoch wieder in einer außerordentlichen Versammlung eine Vorstandswahl abgehalten werden. Fritz Lang war es nur ein halbes Jahr vergönnt, Vorstand zu sein. Er verstarb plötzlich. Zu seinem Nachfolger wird der damalige Bürgermeister Johann Diezel gewählt, der die Wahl “nur zögernd” annimmt.

Zur Fahrbarmachung der Leiter wird 1927 der Wagner Karl Röstel beauftragt, einen zweirädrigen Karren zum angemessenen Betrag zu liefern.

Im Jahr 1929 steht die Wehr wieder einmal vor dem Problem, neue Jacken anfertigen zu lassen. Erneut werden 300 Mark Schulden gemacht, dieses Mal beim Kommandanten Fritz Rank gegen Schuldschein.

Auf einer Verwaltungsratssitzung wird am 21. Oktober 1931 beschlossen, daß ein Gesuch an den Gemeinderat gerichtet werden soll, um einen Zuschuß zu erhalten. Folgendes war passiert: Anläßlich des Brandes bei Fr. Karolin Schmeißer hatte die Feuerwehr schwere Dienste leisten müssen, aufgrund dessen für 19 Mark Bier getrunken wurden. Diese Auslagen wollte man von der Gemeinde wiederhaben.

In der Zeit der Nationalsozialisten von 1933 – 1945 wird auch deren Vokabular übernommen. So heißt der Verwaltungsrat von nun an Führerrat und die Sitzungen werden mit einem 3fachen “Sieg Heil” geschlossen.

Im Jahre 1933 bricht in der Nacht vom 17. auf 18. August in der Scheune der Witwe Schmeißer Haus-Nr. 5, ein Feuer aus, wo sich die Feuerwehr bewährte. Es war der erste Brand seit 51 Jahren in unserer Gemeinde.

Im Jahre 1934 muß unsere Wehr gleich zweimal ausrücken. Am Sonntag, den 03. Juni, wird die Wehr zum Scheunenbrand beim Anwesen Heinrich Diezel, Haus-Nr. 4, alarmiert. Acht Wochen später, am 06. August, brennt die Scheune des August Lang, Haus-Nr. 2a.

Alle drei Brände werden im Protokollbuch der Feuerwehr nur kurz erwähnt. In der Oberstebener Chronik von Heinrich Schmeißer steht jedoch geschrieben, daß diese Scheunen “von ruchloser Hand” entfacht wurden.

Am 06. Oktober 1940 brennt es abermals. Diesmal ist es die Scheune von Landwirt Karl Röstel, Haus-Nr. 8, die ein Raub der Flammen wird. Hierüber steht im Protokollbuch: “Es war am 06. Oktober, gerade um Erntedankfest, als gegen 3/4 11 Uhr nachts der Brand bemerkt wurde. Die Wehr rückte sofort mit allen Geräten ab und konnte den Brand auf seinen Herd beschränken, den wenigen noch in der Heimat verbliebenen Feuerwehrkameraden eine große Arbeit. Von Nachts 11 Uhr bis nächsten Tag 5 Uhr nachmittags war Wehrführer Rank und einige Kameraden im angestrengten Dienst.”.

Der 2. Weltkrieg von 1939 – 1945 bracht noch mehr Leid über unsere Bevölkerung und hinterließ wieder große Lücken in unserer Wehr. Im Kriegsjahr 1943 wurde, weil ein Großteil der männlichen Bevölkerung eingezogen worden war, eine Frauengruppe aufgestellt, die sogenannten “Frauenhelferinnen”. Man wollte für den Notfall gerüstet sein.

Aber wie auch nach dem 1. Weltkrieg fand das Leben bald wieder zu seinem alten Trott. In der Verwaltungsratssitzung (so heißen sie wieder) vom 25. Januar 1947 beschließt man, für das Jahr 1946 bei den Flüchtlingen nicht den vollen passiven Beitrag zu kassieren. Außerdem wird vorgesehen, zur Fastnacht einen geschlossenen Ball abzuhalten, “damit jeder ältere Kamerad auf seine Rechnung kommt, in Bezug auf Tanzen”. Merkwürdig erscheint jedoch folgender Eintrag unter der Generalversammlung vom selben Jahr (kurz nach dem Ball). Dort heißt es unter dem Punkt 2) Verschiedenes: “Bei Punkt 2 ergab sich allerhand Plauderei, was nicht wichtig ist im Protokollbuch niedergeschrieben zu werden.”

Ein Jahr später, bei der Generalversammlung des Jahres 1948, trifft man unter dem Punkt “Verschiedenes” auf folgende Zeilen: “Bei diesem Punkt 3 gab es ein Durcheinander, hauptsächlich bei den aktiven Mitgliedern; jeder hatte etwas anderes und für den Feuerwehrdienst erübrigt sich keine freie Zeit.”.

In der Verwaltungsratssitzung vom 27. November 1948 wird beschlossen, einen gummibereiften Anhänger neu anzuschaffen, um den Transport der Motorspritze zu erleichtern. Der Preis von 145.- DM wird von der freiwilligen Feuerwehr finanziert.

Das Jahr 1949 kann für unsere Wehr als das eigentliche Jahr des Neubeginns nach dem Krieg angesehen werden. Unter einer neuen Führung, Kommandant und gleichzeitiger Vorstand ist nun Johann Spörl, macht man sich an den Wiederaufbau. Bei einem Kameradschaftsabend in diesem Jahr wird Fritz Rank, der 26 Jahre Kommandant war, zum Ehrenkommandant ernannt. Im Protokollbuch steht auch vermerkt, wie der Kameradschaftsabend endete: Mit Tanz, Jubel, Trubel und Heiterkeit, unterstützt von der `Blindenkapelle Gloria´ klang der Kameradschaftsabend aus.”.

Auf der Generalversammlung des Jahres 1950 kommt man überein, mit der Gemeindeverwaltung über den Neubau eines Gerätehauses zu verhandeln, da das alte den Anforderungen bei weitem nicht mehr entspreche. Bürgermeister Hermann Schmeißer sichert der Wehr die Unterstützung des Gemeinderates zu.

Am 03. Juni 1951 unternimmt die Oberstebener Feuerwehr ihre erste Ausflugsfahrt.

Im Jahre 1952 kommt es zu einem Großbrand im Anwesen Georg Spörl in Carlsgrün. Aufgrund des Sturmes hört man in Obersteben keine Sirene und rückt somit auch nicht aus. Als quasi “Wiedergutmachung” erklärt sich die Wehr bereit, an den darauffolgenden Tagen die Aufräumungsarbeiten am Brandort zu übernehmen.

Bei der Generalversammlung des Jahres 1952 wird der Kauf einer Handsirene für unbedingt erforderlich erachtet.

1954 wird anläßlich der Einweihung des neuen Gerätehauses am 19. und 20. Juni ein großes Fest abgehalten mit Zelt und Umzug. Viele Nachbarwehren waren gekommen, um das Ereignis gebührend zu feiern. Das schöne Wetter ließ das Bier in Strömen fließen. 40 hl Bier wurden an beiden Tagen ausgeschenkt. Das neue Gerätehaus wurde vollkommen in Eigenleistung erstellt. “Inspektor” Karl Spörl wurde, für seine Verdienste als leitender Mann auf dem Bau, zum Ehrenmitglied ernannt.

Am 18. Dezember 1955 wird auf einer Ausschußsitzung bekanntgegeben, daß der bestellte Einachstransportwagen eingetroffen ist. Damit die Gemeindekasse nicht zu sehr belastet wird, gewährt man ihr aus der Feuerwehrkasse eine Spende von 800.- DM. Diese stammen aus dem Überschuß des Festes von 1954.

In den Jahren 1955 und 1956 kämpft man wieder mit den Uniformröcken. Die alten sind unbrauchbar, so beschließt man zum Preis von 16,80 DM/Stück 16 gebrauchte blaue Polizei-Röcke von der Strafanstalt Werl zu kaufen.

Für den Bau des Kriegerdenkmals werden 1956 seitens der Wehr Mittel bereitgestellt.

Aufgrund des Wegzugs des Kommandanten Johann Spörl muß 1956 wider gewählt werden. Fritz Rank, der Ehrenkommandant, der bereits 26 Amtsjahre auf dem buckel hat, wird erneut zum Kommandanten gewählt.

Bei der Inspektion in diesem Jahr wird beanstandet, daß im Gerätehaus sachfremde Geräte untergebracht sein. So müssen die Kartoffelkäferspritze und die Baumspritze entfernt werden.

Bei einem Zimmerbrand am 02. November 1958 im Anwesen Elise rank, Haus-Nr. 11, wird durch die schnelle Bekämpfung durch die Wehr Schlimmeres verhindert.

1959 beschließt man bei der Generalversammlung, die im Ortsteil Lochau stattfindet, daß die dortigen Feuerwehrmänner nicht mehr an den Übungen teilnehmen brauchen (sie hatten Entfernungsprobleme), aber gegen Bezahlung eines jährlichen Pauschalbetrages von 2.- DM weiterhin als Aktive geführt werden. Man kann dies als ersten Schritt der Trennung sehen!

1960 will Kommandant Fritz Rank aus Altersgründen ein Jahr vor den Neuwahlen zurücktreten. Es wird jedoch für ihn kein Nachfolger gefunden. So erklärt er sich schließlich bereit, für ein weiteres Jahr sein Amt auszuüben. Im darauffolgenden Jahr 1961wird sein Sohn Erwin Rank zum Kommandanten gewählt, der wiederum im Jahr 1964 von Helmuth Sell abgelöst wird.

Am 04. November 1962 kommt es zu einem Schwelbrand im Anwesen Erwin Rank, Haus-Nr. 23.

Am 14. März 1964 wird eine neue Motorspritze mit dazugehörendem Schlauchmaterial angeschafft.

Bei der Generalversammlung am 27. März 1967 müssen einige Feuerwehrkameraden wegen Überschreitung der Polizeistunde Ordnungsstrafen zahlen.

Die Sanitätskolonne des Roten Kreuzes Bad Steben führt 1968 den ersten Erste-Hilfe-Lehrgang mit der Oberstebener Wehr durch. In den nächsten Jahren werden noch zwei solcher Lehrgänge folgen.

Im Jahr der Eingemeindung Oberstebens zum Markt Bad Steben 1971 wird in der Generalversammlung einstimmig dafür gestimmt, daß die Oberstebener Wehr ihre Selbständigkeit behält. Man bittet die Bad Stebener Wehr jedoch darum, den Feuerschutz für die bisherigen Ortsteile der Gemeinde Obersteben, Lochau und Fichten, den Feuerschutz zu übernehmen.

Am 27. Mai 1972 legt zum ersten mal eine Gruppe der Oberstebener Wehr das Leistungsabzeichen in Bronze ab. Es werden aber 6 Jahre vergehen (nämlich bis 1978) bis wieder eine Gruppe das Leistungsabzeichen ablegen wird.

Dem Wunsch jeder Wehr, ein eigenes Auto zu besitzen, wurde am 20. April 1980 entsprochen. Von der Nachbarwehr aus Bobengrün konnte durch Vermittlung der Marktgemeinde deren TSF 8 übernommen werden. Um die Sache perfekt zu machen, wurde obendrein auf dem Dach des Gerätehauses die neue Sirene installiert und die Funkalarmierung hergestellt.

Am 19. November 1983 verstarb das Mitglied Gerhard Sell. Seit 1955 war er als Schriftführer und Kassier für die Wehr tätig. Als Mitglied des Gemeinderates hat er sich stets für die Belange der Oberstebener Feuerwehr eingesetzt.

Im Jahre 1984 erlebte die Wehr einen enormen Aufschwung. Zahlreiche Neuaufnahmen waren zu verzeichnen, so daß gleich drei Gruppen zur Leistungsprüfung angemeldet werden konnten. Seit dieser Zeit wird auch regelmäßig alle zwei Jahre die Prüfung mit Erfolg abgelegt.

Nach 48 Jahren aktiven Dienst bei der Feuerwehr wird der langjährige Kommandant Helmuth Sell in allen Ehren bei der Jahreshauptversammlung 1985 verabschiedet. Vom Landrat bis zum Kreisbrandmeister ist alles vertreten, was rang und Namen hat und würdigt die Verdienste seines Schaffens. Als Dank und Anerkennung wird ihm der Titel Ehrenkommandant verliehen.

Seit 1985 richtet die Wehr auch alljährlich ein Sommerfest aus, das mittlerweilen schon traditionelle Züge angenommen hat und bei der Oberstebener Bevölkerung und den Bad Stebener Kurgästen sehr gut angenommen wird.

Im Jahre 1987 tritt Erwin Rank aus Alters- und beruflichen Gründen von seinem Vorstandsposten zurück. Den Rekord seines Vaters Fritz Rank, 30 Jahre ein Führungsamt zu bekleiden, hätte er beinahe gebrochen: Neben seinen drei Kommandantenjahren konnte er nämlich auf 22 Vorstandsjahre zurückblicken. Einstimmig wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Am 06. Januar 1985 kommt es zu einem Kaminbrand im Anwesen Kurt Günther.

Am 10. August und 18. Oktober 1988 Brand im Anwesen Martin Röstel, Haus-Nr. 9. Beim zweiten Brand wird der Dachstuhl des Hauses teilweise ein Raub der Flammen. Der Feuerwehrmann Thomas Rank muß mit einer leichten Rauchvergiftung ambulant im Krankenhaus Naila behandelt werden.

Am 17. Juni 1989 verstarb der Ehrenkommandant der Wehr, Helmuth Sell.

Am 20. Januar 1990 kommt es zu einem Kaminbrand im Anwesen Fritz Schrepfer, Haus-Nr. 25.

Am 09. Juli 1990 kommt es zu einem Großbrand im Anwesen Edwin Rank, Haus-Nr. 18. Durch das beherzte Eingreifen mehrerer Wehren kann ein Übergreifen des Feuers auf das angrenzende Wohnhaus verhindert werden. An den beiden darauffolgenden Tagen beteiligt sich die Wehr an den Räumungsarbeiten.

Beim Sommerfest 1990 werden freundschaftliche Beziehungen zur freiwilligen Feuerwehr Deesbach in Thüringen aufgenommen.

Am 18. November 1990 kommt es nach starken Regenfällen zu einer Überschwemmung der Bachwiesenstraße in Höhe der Hausnummer 1.

Am 09. Februar 1991 Fuhr die Wehr zu einem Einsatz mit Wasserschaden im Anwesen Fritz Wiemer, Neue Wiese 10.

Am 24.Juni 1991 verstarb unser Kommandant Günther Gebelein, nachdem er den Verletzungen eines heimtückischen Mordanschlages erlag.

Am 09. August 1991 Beseitigung einer Ölspur in der Bachwiesenstraße.

Am 08. August 1992 kommt es zu einem Mähdrescherbrand bei Erwin Wich, der durch schnelles Eingreifen mithilfe von mehreren Feuerlöschern schnell gelöscht werden konnte.

Am 18. November 1992 Kaminbrand im Anwesen Kurt Günther, Bachwiesenstraße 66.

Am 29. Dezember 1992 Fehlalarm bei Rainer Knöchel, Bachwiesenstraße 97.

Am 09. März 1993 Beseitigung einer Ölspur im Weberweg.

Am 21. Januar 1994 Beseitigung einer Ölspur auf der Staatsstraße Bad Steben – Steinbach.

Am 08. Mai 1994 Beseitigung einer Ölspur auf der Staatsstraße Bad Steben – Steinbach.

Am 31. August 1995 Beseitigung einer Ölspur in der Bachwiesenstraße.

Am 08. März 1996 Kaminbrand im Anwesen Lessner, Bachwiesenstraße.

Am 11. / 12. Juni 1996 Brand im Landwirtschaftlichen Anwesen Egelkraut, Alter Steinbacher Weg 10.

Am 21. Juni 1996 Umweltschutzeinsatz an einem Bagger, bei dem Öl auslief, in der Äußeren Steinbacher Straße.

Am 07. September 1996 Beseitigung einer Ölspur in der Bachwiesenstraße.

Am 05. Oktober 1996 Kaminbrand im Anwesen Martin Röstel, Alter Steinbacher Weg 8.

Am 02. März 1998 Beseitigung einer Ölspur, Alter Steinbacher Weg.

Am 10. Juli 1998 Beseitigung einer Ölspur, Postberg Bad Steben

Am 03. März 1999 Technische Hilfeleistung zum Leerpumpen eines Kellers

Am 05. Januar 2001 Kaminbrand im Anwesen Fritz Schrepfer, Bachwiesenstraße

Wir haben nun 120 Jahre Revue passieren lassen. Sie haben es gemerkt: Es waren 120 Jahre einer wechselvollen Geschichte. Mit Stolz und Dankbarkeit blicken wir heute auf jene Männer zurück, die mit großem Idealismus und Opferbereitschaft den Mut hatten, diese Wehr ins Leben zu rufen. Trotz schwierigster Zeiten in unserer Vergangenheit waren immer wieder Männer bereit, im selbstlosen Einsatz Hab und Gut ihrer Mitmenschen zu schützen. Mögen auch in Zukunft der bisherige kameradschaftliche Geist und die gegenseitige Zusammenarbeit bestehen bleiben. Dann dürften der Fortbestand und die weitere Aufwärtsentwicklung unserer Wehr gesichert sein.